Textsicher und souverän
 Kinder-Musical über die Passionsgeschichte in Burgkirche aufgeführt

Friedberg
(har). Die Passionsgeschichte aus dem Matthäusevangelium haben viele Komponisten, etwa Johann Sebastian Bach, musikalisch umgesetzt. Für Kinder gab es jedoch bis 2004 keine passende musikalische Geschichte um die Kreuzigung. Das änderte sich mit dem Kinder-Musical »Es ist vollbracht!« von Thomas Riegler, der dieses für die Wetterauer Kirchenmusiktage geschrieben hatte. Nach der Premiere vor zwölf Jahren und einer weiteren Auführung im Jahre 2009 wurde die eigentlich grausame Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu am vergangenen Wochenende zweimal in der Burgkirche aufgeführt. 31 Kinder und Jugendliehe aus den drei Kinderchorgruppen der evangelischen Kirchengemeinde hatten unter der Leitung von Kantor Ulrich Seeger monatelang die sieben Szenen mit zwölf Liedern geprobt. Es hat sich gelohnt: Selbst die Kleinsten waren sehr textsicher und jeder sang oder sprach sein Solo sicher und souverän, so wie Michael Gaukel und Margarethe von Klitzing gleich zu Beginn als kleine Esel. Die Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren waren alle in eine Rolle als Pharisäer, Händler, Jünger oder Soldaten geschlüpft. Es war spürbar, dass sie sich in den vielen Proben und einem Probewochenende intensiv mit der Passionsgeschichte auseinandergesetzt hatten.

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Monatelang haben die Kinder und Jugendlichen das Musical »Es ist vollbracht!« einstudiert. Die Arbeit hat sich gelohnt, wie sie in der Burgkirche zeigen. ( Foto: lod )

Die ganze Kirche wurde bei der Inszenierung genutzt. Als Jesus überzeugte Fanny Boehm, nicht nur mit ihrem ausgeprägten Sopran, sondern auch mit ihrem ausdrucksstarken Spiel. Höhepunkt des Stücks war ihr flehender Gesang »Mein Gott, warum hast du mich verlassen?«, kurz vor der nur angedeuteten Kreuzigung. Unter dem Dirigat von Seeger agierte der Chor sicher und souverän, auch bei nicht immer ganz einfachen Passagen. Gleiches gilt für das achtköpfige Instrumentalensemble, in dem Rainer Hahn mit seiner Klarinette immer wieder für passende Kleszmer-Elemente sorgte.

Mit dem Tod Jesu endet die Passionsgeschichte, jedoch nicht das einstündige Musical. Der Komponist setzte an das Ende seiner Auftragskomposition mit »Der Herr wird auferstehn!« einen Anhang, der auf die Auferstehung Jesus hinweist. Dieses fröhliche Finallied sangen die Kinder und Jugendlichen geradezu euphorisch. Alle swingten bei der eingängigen Melodie mit.Viel Beifall gab es schließlich für Chor, Orchester und Ulrich Seeger sowie für die vielen Helfer, die im Hintergrund zum Gelingen beitrugen.

                                                                                                                                                                                ( Wetterauer Zeitung vom 15. 3. 2016 )