Startschuss für Spendenkampagne zugunsten der Stadtkirchenorgel
Buchstäblich alle Register ziehen


Friedberg (re). „Nicht oben drauffassen!“ Vorsichtig reichte Kantor Ulrich 5eeger in der Stadtkirche eine Orgelpfeife an Bürgermeister Michael Keller. Denn oben wird die Orgelpfeife durch den Stimmdeckel verschlossen - und wenn der nur einen Millimeter verschoben wird, stimmt buchstäblich nichts mehr. Was Bürgermeister und Kantor an diesem Tage verbindet, ist die Sorge um den Klang in Friedbergs größter Kirche, der in künftigen Jahren nicht nur genauso schön bleiben, sondern sogar noch besser werden soll.

„50 Jahre Stadtkirchenorgel – Wir ziehen alle Register“ heißt das Motto dieser Initiative, die sich zur Sanierung der Stadtkirchenorgel zusammen gefunden hat. Eine gründliche Reinigung des Innenlebens steht an. „Das ist wie bei einem Haus, wenn man ein paar Jahrzehnte nicht geputzt hat“ erklärt Seeger. Die Verbindung zwischen den Tasten und den Pfeifenventilen, die sogenannte Traktur, muss ersetzt werden. Außerdem möchte man neue Register einfügen, damit bei Konzerten auch die Orgelwerke des 19. Jahrhunderts, von Max Reger bis zur romantischen französischen Orgelmusik, in ihrer ganzen Schönheit zur Entfaltung kommen. 1964, als die Orgel durch die Firma Bosch aus Kassel gebaut wurde, war diese Orgelliteratur gerade nicht modern, deshalb fehlen Klangmöglichkeiten. Zum Abschluss wird die ganze Orgel neu intoniert.

P Orgel-Kuratorium









Das Foto zeigt ( von links ) Hendrik Hollender (Förderkreis Kirchenmusik),
Pfarrerin Susanne Domnick, Prof. Peter Schubert (Förderverein Stadtkirche),
Kantor Ulrich Seeger, Bürgermeister Michael Keller, Dekan Jörg-Michael Schlösser,
Sabine Wagner (Förderkreis Kirchenmusik) und Hans Wolf (Kirchenvorstand)   
(Foto: re)

Bürgermeister Keller betonte in seinem Grußwort, wie glücklich sich in dem Namen des Gotteshauses „Stadt“ und „Kirche“ zusammenfänden. Es habe viele Veranstaltungen gegeben, wie beispielsweise die Eröffnung des Bürgerprotestes gegen die Nazi-Demonstration in Friedberg, „die nur an diesem Ort stattfinden konnten“. Deshalb freue er sich, als Friedberger Bürgermeister nicht immer nur mit „Straßen, Kanälen und Sportplätzen“ befasst zu sein.

Hans Wolf vom Friedberger Kirchenvorstand nannte das Orgelprojekt einen „Marathonlauf“: Immerhin sind die Kosten auf 150 000 Euro veranschlagt. Die Landeskirche fördert mit 15 000 Euro, den gleichen Betrag, gestreckt über drei Jahre, hat die Stadt zugesagt. Bleiben 120 000 Euro, die aus dem normalen Haushalt der Kirchengemeinde nicht finanziert werden können. Beginnen kann die Orgelsanierung, wenn die Hälfte davon, also 60 000 Euro, über Spenden eingegangen ist. Für die andere Hälfte gibt die Landeskirche einen Kredit mit zehnjähriger Laufzeit. Orgelfreunde, so die Idee des Fördervereins, könnten sich auch in Form von „Patenschaften“ beteiligen, kleine monatliche Spenden, über die am Jahresende natürlich eine Spendenbescheinigung ausgestellt wird. Der Finanzplan ist „sehr ehrgeizig“ gibt Wolf zu, doch die Kirchengemeinde vertraue auf die Musikfreunde in und um Friedberg und die vielen Menschen, die in der ein oder anderen Form mit der Stadtkirche verbunden sind.

Wir ziehen alle Register_1Spendenkonto
IBAN DE88 5185 0079 0242 0192 10
BIC    HELADEF1FRI

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann dies über das Spendenkonto 240 019 210 bei der Sparkasse Oberhessen,
BLZ 518 500 79 (
IBAN DE88 5185 0079 0242 0192 10   BIC  HELADEF1FRI )  unter dem Stichwort „Kirchensanierung“ tun.

                                                                                                                                                                                           ( Wetterauer Wochenbote vom 1. 8. 2012 )