Pressestimmen

Hier finden Sie Auszüge aus Zeitungsberichten zu vergangenen Veranstaltungen

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2017

Kindermusical "Luthers große Liebe" am 4. und 5. März 2017
WZ vom 8.3.2017








2016

Kindermusical »Ich habe einen Traum« am 5. und 6. 11. 2016
WZ vom 10. 11. 2016
Joseph Haydn: »Die Schöpfung« am 9. und 10. 7. 2016
WZ vom 15. 7. 2016
Kindermusical »Es ist vollbracht« am 12. und 13. 3. 2016
WZ vom 15. 3. 2016
Jubiläum 20 Jahre Förderkreis, Konzert und Empfang am 21. 2. 2016
WZ vom 25. 2. 2016




2015

Kinderkantorei erfreut im Bürgerhospital
WZ vom 29. 12. 2015
Konzerte zum Ewigkeitssonntag am 21. und 22. 11. 2015
WZ vom 28. 11. 2015
Friedberger Kinderoper »La Piccola Banda« am 14. und 15, 11. 2015
WZ vom 20. 11. 2015
VATER UNSER IM HIMMELREICH
Eröffnungskonzert der Friedberger Sommerkonzerte am 19. 7. 2015
WZ vom 23. 7. 2015
Ernesto Cardenal liest in Friedberg am 8. 3. 2015
FNP vom 11. 3. 2015
Jahres-Mitgliederversammlung des Förderkreises am 22. 2. 2015
WZ vom 26. 2. 2015




2014

Paulus-Oratorium am 22.und 23. 11. 2014
WZ vom 27. 11. 2014
Ein zarter Klangteppich
WZ vom 18. 10. 2014
Alte Dame, falsche Töne, »Erster Markt in der Kirche«
WZ vom 25. 9. 2014
Ein Sommer für die Orgel
WZ vom 18. 9. 2014
Friedberger Sommerkonzerte 2014
Sommerkonzerte 2014
Markuspassion in der Burgkirche am 18. 4. 2014     
WZ vom 24. 4. 2014
Konzerte zur Passion am 5. und 6. 4. 2014
WZ vom 19. 4. 2014
Kinderoper "Nach uns die Sintflut" am 15. und 16. 3. 2014
WZ vom 25. 3. 2014
Jahres-Mitgliederversammlung des Förderkreises am 23. 2. 2014
WZ vom 18. 3. 2014




2013

Kinderoper "Die Zauberflöte" am 2. und 3. 11 2013
WZ vom 5. 11. 2013
Friedberger Sommerkonzerte 2013
Sommerkonzerte 2013
Carmina Burana am 28. und 29. 6. 2013
WZ vom 13. 7. 2013
Spendenkampagne zugunsten der Stadtkirchenorgel
Wetterauer Wochenbote
Kinderoper "Das Gespenst von Canterville" am  9. und 10. 3.  2013
WZ vom 14. 3. 2013
Jahres-Mitgliederversammlung des Förderkreises am 10. 2. 2013
WZ vom 21. 2. 2013
Kammerkonzert im Gemeindezentrum West am 10. 2. 2013
WZ vom 13. 2. 2013




2012

ROCK-REQUIEM am 24. und 25. 11. 2012
WZ vom 29. 11. 2012
Kirchenoper " I have a dream " am 3. und 4. 11. 2012    
WZ vom 8. 11. 2012
Chortag der EKHN zum Jahr der Kirchenmusik am 9. 9. 2012
WZ vom 13. 9. 2012
Gemeinsame Jahresfahrt mit dem Förderkreis Butzbach
Butzbacher Zeitung vom 4. 9. 2012
Musik der Familie Bach, Sommerkonzert am 5. 8. 2012
WZ vom 11. 8. 2012
Startschuss für Spendenkampagne zugunsten der Stadtkirchenorgel
WZ vom 27. 7. 2012
Romantik in allen Farben, Sommerkonzert am 22. 7. 2012    
WZ vom 26. 7. 2012
Chorreise zu Partnergemeinden am Comer See 7. - 10. 6. 2012   
WZ vom 15. 6. 2012
Musik der Familie Bach, Konzert II am 29. 4. 2012 in Friedberg
WZ vom 4. 5. 2012
Musik der Familie Bach, Konzert II am 28. 4. 2012 in Gelnhausen 
Gelnhäuser Tageblatt 30. 4. 2012
Musik der Familie Bach, Konzert I am 6. 4. 2012 
WZ vom 11. 4. 2012
Benefizkonzert für den neuen Flügel am 17. 3. 2012  
WZ vom 20. 3. 2012
Jahres-Mitgliederversammlung des Förderkreises am 19. 2. 2012 
WZ vom 24. 2. 2012


2011


Weihnachtskonzert am 17. und 18. 12. 2011 
WZ vom 21. 12. 2011
Konzerte zum Ewigkeitssonntag am 19. u. 20. 11. 2011  
WZ vom 24. 11. 2011
Unprätentiös, engagiert und zupackend: » Er ist der Richtige «  
WZ   vom  8. 10. 2011
Eröffnungskonzert der Friedberger Sommerkonzerte
WZ vom 13. 7. 2011
Benefizkonzert  "Erdbeben Katastrophe JAPAN" 
WZ vom   6. 5. 20
J. S. Bach, Johannes-Passion am 9. u. 10. 4. 2011
WZ vom 13. 4. 2011
Es ist vollbracht, Einführung Bach Johannes-Passion am 4. 4. 2011
WZ vom   8. 4. 2011
Frühlingshaftes Trio-Kammerkonzert am 13. 3. 2011
WZ vom 17. 3. 2011
Jahres-Mitgliederversammlung des Förderkreises am 13. 2. 2011
WZ vom 17. 2. 2011
Kammerkonzert Römerberg-Quartett am 13. 2. 2011
WZ vom 17. 2. 2011 

























2012


Starker Chor und echte Rockröhren

Mit Sängern, Orchester und Band wird das musikalische Großprojekt »Rock-Requiem« aufgeführt

Friedberg (piz). Genial und bombastisch sind die passenden Worte der Wahl, um zu beschreiben, was jüngst in der Heilig-Geist-Kirche an exquisiter·Musik zu hören war. Es war die ganz, ganz große Besetzung. Weit über 100 Musiker standen im Altarraumdicht gedrängt: Ein überaus stimmgewaltiger gemischter Chor, ein großes sinfonisches Orchester - und eine Rockband. Klassik in der Kirche und Rock? In der Tat, denn nichts anderes haben Guntram Pauli, Christian Kabitz und Klaus Haimerl im Sinn gehabt, als sie ihr kultiges Rock-Requiem Ende der 70erJahre schrieben.

Als 1975 Lothar Thorand, begabter Nachwuchsgeiger und gemeinsamer Musikerfreund, unerwartet im Alter von 26 Jahren verstarb, erwuchs die Idee, ihm ein musikalisches, unter dem Eindruck von Tod und Verlust auch sakrales Werk zu widmen. Ein modernes Requiem sollte geschrieben werden. 1978 wurde es in der Münchner Christuskirche uraufgeführt und lockte über die Jahrzehnte weit über hunderttausend begeisterte Zuhörer in die Konzerte.

Dies war Grund genug für das evangelische Dekanat Wetterau, um mit der Unterstützung vom Zentrum der Verkündung der EKHN und der Stiftung der Sparkasse Oberhessen sowie dem Magistrat Friedberg und dem Förderverein für Kirchenmusik Friedberg das Werk passend zum Jahr der Kirchenmusik 2012 nach Friedberg zu holen. Die Band für dieses Projekt ist stets dieselbe, die unter anderem mit zwei der drei Komponisten, nämlich Pauli und Haimerl, prominent besetzt ist. Als Chor formierten sich die Dekanatskantoreien Friedberg (Leitung: Ulrich Seeger) und Butzbach sowie die Jugendkantorei Butzbach (Leitung: Brigitte Klingenberg). Und mit der Kammerphilharmonie Bad Nauheim war auch das Orchester von bester Qualität. Die Gesamtleitung übernahm der Leiter des Orchesters, Uwe Krause.
Weit über 100 Musiker
Kein Platz mehr im Altarraum: Weit über 100 Musiker präsentieren ein mitreißendes und gewaltiges Werk. Foto: Pizarro)

Solche Crossover-Projekte, bei denen Musikstile vermischt werden, noch dazu Rock und Klassik können aufgrund ihres Klangspektrums und der meist großen Besetzungen sehr schnell begeistern, doch bei näherem Zuhören auch enttäuschen. Nicht so hier- das Publikum war ganz berechtigt völlig aus dem Häuschen und bejubelte die Musiker mit stehenden Ovationen und Zugaberufen. Doch noch einmal zum Beginn. »Requiem aeternam dona eis«, so lautet die erste Zeile der klassischen lateinischen Totenmesse, und das Rock-Requiem hat diesen an Gott gerichteten Ruf nach ewiger Ruhe für die Verstorbenen ebenso wie den übrigen Ablauf übernommen. Gleichwohl wechselt das Crossover-Werk für die meisten der klassisch-sakralen Verse ins (Alt~)Englische. Die liturgischen Texte sind dabei erweitert worden um moderne Lyrik. Und so entwickelt sich der Chorgesang, der stimmgewaltig unterstützt wurde von wahren Rockröhren: Gerda Windt, Hugo Scholz und vor allem der Co-Komponist Klaus Haimerl zeichneten für den Gesang aus der Rockband verantwortlich. Einmal mehr der Beweis: Es braucht nicht der weltweite Ruhm zu sein, wenn die Qualität trotzdem mithalten kann.

Kaum war d.as Kyrie gesungen, entwickelte sich am Piano ein erstes fantastisches Solo, und die Vorfreude stieg; So beim Dies Irae - der instrumentale Einstieg wurde mit sattem Blechbläsersound gestaltet, und zwischen zwei Gesangsblöcken entwickelte sich ein mitreißender Dialog oder, besser gesagt, ein wortwörtlicher Schlagabtausch, bei dem die Pauken aus dem Orchester und das Schlagzeug aus der Band ihr famoses Solo hatten. Was ein Crossover! Hier hat jeder Instrumentalist, jede Stimme seine Berechtigung, nichts verliert sich im Gesamtergebnis - und das reißt einen mit.

Untermalt wurde die Aufführung von einer atmosphärischen Lichtshow, die, wie auch die Tontechnik, von der Frankfur Firma Tobitec gesteuert wurde. Und nun geht es weiter, Latin Rock ist der Stil, den »Facing the End« bestimmt, der von Sambarhythmen lebt, bei »Killer in the Sun« hingegen ist der Einfluss des Reggae unverkennbar. Monumental geht es zu bei »Quaerens me«, welches nach einem gewaltigen, klassisch anmutenden Orchestervorspiel an Drive gewinnt und dann die Rockband mitnimmt. Hugo Scholz begeistert nicht nur mit seiner Stimme, auch am Saxofon beeindruckt er mit einem virtuosen Solo. Bei »Lacrymosa« dann sprang das Herz eines jeden Jethro-Tull-Fans um Weiten höher, denn Martin Schuster überzeugte mit einem modernen Querfötensolo. Das Finale wurde mit der mitreißenden Ballade »Black Dog Cancer« eingeleitet - hier begeisterte vor allem Haimerl, dessen Akkustikgitarrenspiel und Gesang aufwühlte und berührte. Ein grandioses Konzert.

                                                                                                                                                    ( Wetterauer Zeitung vom 29. 11. 2012 )

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Ein Traum, der auch heute noch lebenswert ist

Kirchenoper »I have a dream« erklingt in der Burgkirche: Jugendkantoreien setzen Martin Luther Kings Leben und Wirken eindrucksvoll in Szene

Friedberg (rod) Es begann mit einem Schuss, der aufschreckte. Er war zwar nicht ganz echt und kam aus den Reihen des Schlagwerkes, aber er zeigte die gewünschte Wirkung und rnachte sogleich klar: Kein leichter Stoff, um den es diesmal ging. Doch das »szenische Oratorium« für Kinder und Jugendliche um den amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King wartete mit anspruchsvollem Inhalt wie mit swingender Musik auf. Kantor Ulrich Seeger hatte einen guten Griff getan, um seinen Maxis, der Jugendkantorei und dem Jugendchor eine auch heute noch aktuelle Thematik nahezubringen.

Das Singspiel »I have a dream« zeigt die Bedeutung von Martin Luther King anhand einiger Ausschnitte aus seinen Briefen und Reden, aber auch von kleinen Szenen aus dem amerikanischen Alltag einer schwarzen und weißen Familie, die um Apartheid diskutieren. Es gibt Streit um die Liebe eines weißen Mädchens zu einem schwarzen Jungen, um die Bedienung schwarzer Studentinnen in einer Milchbar, um die verhinderte Eintragung Schwarzer ins Wahlregister. Der schwarze Pastor, der von Anton Kreuzkamp pathetisch und voller Enthusiasmus in Szene gesetzt wurde, rezitierte zwischendurch aus seiner Rede am 28. August 1963 - die mit dem berühmten Satz »I have a dream« -, aus seinem »Birmingham Letter«, den er im Gefängnis auf Toilettenpapier schrieb und aus seiner letzten Rede vor seiner Ermordung, die wie eine Todesahnung anmutete. »Ich war auf der Spitze des Berges und habe das gelobte Land gesehen, für mich spielt es nun keine Rolle mehr, ob ich lange lebe«, rief er am 3. April 1968 seinen Anhängern zu.

Kantor Ulrich Seeger und Kinderchor
Kantor Ulrich Seeger und Chor symbolisch in Schwarz undWeiß bei »I have a dream«.   (rod)

Einige Szenen wurden von Katharina Stock als souveräner Erzählerin miteinander verbunden. In jeder war die Gewaltlosigkeit, die Vergebung und die Nächstenliebe zwischen allen Menschen Thema - genau das, was das Theaterstück auch heute noch aktuell macht. Dabei kam die Aufführung ohne große Kulissen aus; Ulrich Seeger, seine Helferinnen und Chorkinder hatten eher auf kleine Gesten und Symbole gesetzt. Alle »Weißen« waren weiß gekleidet, alle »Schwarzen« trugen schwarze Kleidung, und diejenigen, die die Rassisten des Ku-Klux-Klans spielten, setzen sich einfache weiße Masken auf. Eine symbolische Trennwand stand zwischen zwei Familien unterschiedlicher Hautfarbe, und wie als Kontrast dazu hingen in der ganzen Kirche bunte, gemalte Friedenszeichen.

Zwischen den Szenen stehen Lieder von Texter Martin Ahrends, die zwischen Musicalsongs  und modernen Kirchenliedern schwanken. Die Liedtexte transportieren mit ihrer jugendgerechten, direkten und anrührenden Sprache eine recht plakative, aber ernste Botschaft, die Musik wirkt dazu bei einigen Liedern eher kontrastierend; hat der Komponist Bernhard Opitz so ziemlich alles in sein szenisches Oratorium hinein geworfen, was sich als »typisch amerikanisch« anhören lässt: mal ein Gospelsong, mal George-Gershwin-Sound, mal »My-F'air-Lady«-Stil, mal Ragtime, Cakewalk, Blues oder Swing. »We shall overeome«, die Hymne der Bürgerrechtsbewegung der Sechziger, ist kunstvoll mit einem Kontrapunkt verwoben, die gegen den originalen Text den Gesang der im Regen wartenden Schwarzen setzt. Die schönen Melodien und viel Rhythmus mit ein wenig amerikanischem Zuckerguss überzogen, sind das Mittel des Komponisten, um die Botschaft den Kindern nahezubringen, was offensichtlic:h auch in Friedberg gut funktionierte.

Die Jugendchöre von Ulrich Seeger waren mit großem Eifer dabei, sie hatten die manchmal schweren Intervallsprünge und vielstimmigen Melodien gut einstudiert und ihre Texte hervorragend gelernt. Die »Friedberger Stadtstreicher und Stadtbläser<< -  Streichquintett, einige Bläser; Schlagwerk und Klavier - sorgten für viel Drive, mussten sich stellenweise aber auch ganz schön zügeln, um die Kinder in der Burgkirche nicht zu übertönen. Diese wurden zwar mit Mikrofonen verstärkt, hatten es aber mit der vielstimmigen Musik bisweilen schwer, denn auch unterschiedliche Texte standen  sich gleichzeitig gegenüber. So war das ausführliche Textblatt eine willkommene Hilfe.

Mitten in die sich zum Guten wendenden Handlungsstränge krachte am Ende wieder der Schuss, der daran erinnerte, welch bitteres Ende Martin Luther King fand, nicht aber seine Bewegung. So schloss sich auch mit der choralartigen Fuge »Vergeblich soll dein Tod nicht sein« der Kreis zum Anfang des beeindruckend präsentierten Werkes.

                                                                                                                                               ( Wetterauer Zeitung vom 8.11. 2012 )

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 2011


»Ich bin Meisterin im Seufzen geworden ... «,

Frühlingshaftes Trio-Kammerkonzert begeistert die Zuhörer im evangelischen Gemeindehaus


Friedberg (rod). Heißes Sehnen, tiefer Gram, hoffnungslose Ein­samkeit, große Liebe, sanfte Me­lancholie... Eine riesige Band­breite an Gefühlen liefern die ro­mantischen Gedichtvorlagen, die mit der nötigen Dramatik ver-tont und musiziert werden wol­len. Sopranistin Kristina Schaum, Pianist Rüdiger Klein und Klarinettist Eric Rückgauer machten sich mit Leidenschaft an die Sache und boten im evan­gelischen Gemeindezentrum den rund 80 Zuhörern ein über­schwängliches, schwelgerisches Frühlingskonzert.


­­Das Programm war eine Reise durch die Liedwelt des 19. Jahr­hunderts, angefangen mit sechs deutschen Liedern von Louis Spohr von 1837. Einfache, klare Melodien im Sopran wurden ein­fühlsam begleitet von Rüdiger Klein am Klavier und immer wieder mit kontrapunktischen Verzierungen und Zwischenspielen von der Klarinette garniert ­das Publikum war vom ersten Ton an verzaubert. Das einfachste der Lieder war vielleicht auch das schönste, denn die Melodie des Wiegenliedes bewegte sich im Abstand einer einzigen Terz und, bediente sich nur dieser drei Töne, die doch so liebevoll von Kristina Schaum gesungen wurden.
Liederabend mit Kristina Schaum
Rüdiger Klein, Kristina Schaum und Eric Rückgauer (v. 1.) locken den Frühling in den Konzertsaal. (Foto: rod)
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Viel größer und dramatischer waren die Gesten bei Ermanno Wolf-Ferraris »Rispetti« und den »Sei Ariette da Camera«, den sie­ben Kammer-Arien von Vincenzo Bellini, einem der bekanntesten Vertreter des Belcanto. Hier konnte man selbst in der Kammermusik deutlich den Anklang an die große Oper heraushören, den Hang zu gloriosen Arien, gespickt mit Glissandi, Arpeggien und Verzierungen, Fast schon mit einen Augenzwinkern sind die Vertonungen des Deutsch-Italieners Ermanno Wolf-Ferrari - ein Schüler Rheinbergers - zu musizieren, der den heiteren italieni­schen Opera-Buffa-Stil mit Elementen des frühen 20. Jahrhun­derts anreichert. Seine affektbetonten, 1902 geschriebenen »Rispetti« erinnern sowohl an Rossi­ni als auch an Verdi oder Puccini, und man weiß nicht so richtig, wie ernst man den Text nehmen soll: »Ein blühender Mandelstrauch am Wasser ist -das leben­dige Bild meines Liebsten. .. « Kristina Schaum nahm die Melo­die heiter und mit Schmelz in der Stimme, mit dem richtigen Maß an Übermut.

Entsprechendes Seufzen gab sie dem kurzen Liedchen »Ach ich wusste nichts vom Seufzen« hinzu: »Ich bin Meisterin im Seufzen geworden.:.« Nicht um­sonst bedeutet »Rispetti« zu Deutsch »Empfehlungen«: Eine hervorragende Gelegenheit für eine Sopranistin, sich mit ihrem Können zu empfehlen, und Schaum tat das nur zu gerne.

­Die Sopranistin glänzte mit souveräner Intonation, ihre noch junge Stimme beherrschte die zarten Töne ebenso wie die dra­matischen Anklänge, die auch in einem weit größeren Raum ge­tragen ,hätten. Aus Friedberg stammend, hat sie in Freiburg Gesang studiert und ihre Ausbildung an der Opernschule kom­plettiert, was durchaus auch im Kammerkonzert durchschien. Mit Rüdiger Klein, und Eric Rückgauer begleiteten sie zwei gestandene Profis, und die drei Stimmen mischten sich hervorra-gend.
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Zu Recht ein Paradestück für die Besetzung ist Franz Schuberts Gesangsszene »Der Hirt auf dem Felsen«, die den krönenden Abschluss des heiteren Abends bildete. Der vor sich hin sinnende Wandernde, der in Liebe ver­sunken ist, wandte sich darin am Ende den heiteren Frühlingsgedanken und der Hoffnung auf erfüllte Liebe zu. Und nun, ganz am Schluss des Werkes, kamen im fröhlichen, schnellen Finale endlich die lang erwarteten Zeilen: »Der Frühling will kommen, Der Frühling, meine Freud«. Die-. se Stimmung riss die Zuhörer zu so viel Applaus hin, dass das Finale noch einmal wiederholt werden musste. Der Text nach Wilhelm Müllers »Gedichten aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten« war um einiges ernsthafter als die vorangegangenen Lieder, und es gelang dem Trio, ihm diese nötige Ernsthaftigkeit auch angedeihen zu lassen. Noch einmal zeigte sich, wie gut die drei sich in Dynamik und Akzentuierung genauestens abgestimmt hatten. Als kleine Zugabe bekam das Publikum zum Abschied noch ein »Veilchen- geschenkt - in der Vertonung von Mozart.
                                                                                                                                            ( Wetterauer Zeitung vom 17. 3. 2011 )


                                                                                                                                                                  Seitenanfang




21 000 Euro im vergangenen Jahr bereitgestellt
Freude und stilles Gedenken bei Mitgliederversammlung des Förderkreises Kirchenmusik
               
Friedberg (pm). Freude und stilles Gedenken lagen bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Friedberger Förderkreises für Kirchenmusik dicht beieinander: Freude über 136 Mitglieder, überwiegend aktive Sängerinnen und Sänger der Friedberger Kantorei, Eltern der etwa 100 Kinder­ und Jugendchormitglieder, aber auch weitere Liebhaber und Förderer der Kirchenmusik in Friedberg.

Freude auch über eine Fördersumme von 21000 Euro im vergangenen Jahr. In die Freude mischte sich die Trauer über drei im vergangenen Jahr verstorbene Förderkreismitglieder. In besonderer Weise wurde des früheren Vorstandsmitglieds Ursula Nohl gedacht, die zwei Jahrzehnte lang nahezu jedes große und kleine Konzert, jedes Gottesdienstsingen und viele Chorreisen mitgemacht hatte, die über viele Jahre die Kinderchorfreizeiten begleitet sowie zahlreiche Plakate, Handzettel, Einladungsschreiben und Programme gestaltet und jederzeit mit kleinen und großen Dienstleistungen die Chor- und Gemeindearbeit unterstützt hatte.

Die Vorsitzende Barbara Bieler eröffnete die Mitgliederversammlung nach den Formalia mit einem Bericht über die Aktivitäten des Förderkreises, die sich in erster Linie darauf richten, zusätzliche Konzertbesucher zu gewinnen und Spenden und Sponsorengelder zur Finanzierung von Angeboten der Kirchenmusik zu erhalten.
       Vorstand 2011
Der erneut gewählte Vorstand des Förderkreises Kirchenmusik: Ulrich Seeger, Barbara Bieler,
Volkhard Lüders, Sabine Wagner, Hendrik Hollender und Siegfried Preiser.
( Foto: pv )

Aus dem Bericht der Kassenwartin Sabine Wagner war zu entnehmen, dass die wiederum gestiegene Fördersumme entscheidend dazu beigetragen hat, anspruchsvolle Musik mit einer menschenwürdigen Honorierung der Musiker zu verbinden.
Etwa 5000 Euro an Mitgliedsbeiträgen und 16000 Euro an Spenden wurden unverzüglich zweckgebunden für die Chor- und Kinderchorarbeit, für die Öffentlichkeitsarbeit und für die Anschaffung eines E-Pianos bereitgestellt, welches inzwischen schon wertvolle Dienste, insbesondere in der Kinderchorarbeit, geleistet hat.

Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes standen Wahlen an, für die alle bisherigen Vorstandsmitglieder erneut kandidierten und ohne Gegenstimmen wiedergewählt wurden: Barbara Bieler als Vorsitzende, Hendrik Hollender als stellvertretender Vorsitzender sowie Volkhard Lüders, Siegfried Preiser und Sabine Wagner als Beisitzer.

Der Kantor bedankte sich - auch im Namen der Kirchengemeinde - bei den Vorstandsmitgliedern für ihren erfolgreichen Einsatz.

Beate Habermehl überbrachte dem Förderkreis und seinem Vorstand den Dank des Kirchenvorstands und Ilse Etzel den Dank des Dekanats.

Kantor Ulrich Seeger gab einen knappen Rückblick auf die sehr unterschiedlichen Höhepunkte des Jahres 2010: von frühbarocker Chor- und Instrumentalmusik über Liebeslieder bis hin zum ergreifenden Deutschen Requiem von Johannes Brahms.

Es folgte ein Ausblick auf die kirchenmusikalische Planung für das Jahr 2011, die mit der Johannes- Passion von Johann Sebastian Bach im April einen ersten Höhepunkt erreichen wird, aber auch sonst in Qualität und Breite des Angebots keinerlei Einbußen hinnehmen muss.

Alle Veranstaltungen sind in gedruckter Form im Jahresprogramm zu finden, das in den nächsten Tagen wohl in allen Kirchen ausliegen dürfte, außerdem auf der Homepage des Förderkreises unter www.kirchenmusik-friedberg.de
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                                                                                                                                                                                  Seitenanfang




Sie lassen die Musik für sich sprechen ...
Die Mitglieder des Römerberg-Quartetts gastieren in der vollbesetzten Burgkirche
   

Friedberg
(rod). Es ging um Herzensangelegenheiten bei diesem Konzert. Von der jugendlichen Schwärmerei bis hin zur tiefen Verzweiflung nach dem Tod der geliebten Ehefrau. Eine schwelgend-singende Violine, die die jugendliche Verehrung des jungen Felix Mendelssohn Bartholdy für die Tochter seines Nachbarn zeigt, und verzweifelte, dissonant heulende Glissandi aller vier Streicher, die den Schmerz Schostakowitschs über den Tod seiner ersten Frau verdeutlichen - so groß war die Spannbreite der Stimmungen, die das Römerberg-Quartett mit den Streichquartetten von Mendelssohn Bartholdy und Schostakowitsch mit in die Burgkirche brachte. Ziemlich banal dagegen der Hintergrund des Streichquartetts in B-Dur KV 159 des jungen Mozart, das das Programm komplettierte: Er hatte dieses »aus Langeweile« auf einer Italienreise »so nebenher« komponiert. Gut, dass sich danach ein italienischer Musikliebaber fand, der ihm den Zyklus noch abkaufte. Ein nichtsdestotrotz kompositorisch exzellentes Werk, fröhlich, und, naja, irgendwie auch unaufgeregt. Das Römerberg-Quartett startete damit leichtfüßig und mit Verve in das Konzert.

Alle Mitglieder des Ensembles, das sich nach seinem Probenort in der Schirn auf dem Frankfurter Römerberg benannt hat, sind renommierte Musiker in namhaften Orchestern der Region bzw. Lehrer an der Frankfurter Musikschule mit langjähriger Konzert- und Kammermusik-Erfahrung. Seit rund zehn Jahren musizieren sie nun schon zusammen, gastieren mit Mozart-Matineen regelmäßig bei den Salzburger Festspielen und unterhalten eine eigene Kammerkonzert­Reihe in Frankfurt.
Römerbergquartett
Das Römerbergquartett versteht, das Publikum in der Burgkirche zu begeistern  ( Foto: rod )

Michael Hahn und Andrea Döring (Violine), Hildegard Singer (Viola) und Stefanie Matros am Cello zeigten in der Burgkirche von Anfang an ein sehr ausgewogenes Klangbild und bewiesen, wie hervorragend sie aufeinander eingehen und miteinander musizieren können. Perfekt aufeinander eingestellt waren sie in Sachen Dynamik, Melodik und Klangfarbe: Das Quartett gab den Werken durchweg ·einen kraftvollen, warmen und kernigen Klang. Was vor allem das Mendelssohn-Streichquartett in Es-Dur op. 12 so richtig strahlen ließ. Der junge Komponist hatte es 1829 geschrieben und Betty Pistor, einer Nachbarstochter in Berlin, gewidmet, die er verehrte. Manche Freunde neckten ihn mit der Behauptung, das lyrische Quartett stehe - entsprechend Bettys Initialien - in B.P.-Dur, nicht in Es-Dur.

Kein Wunder, wenn man den zweiten Satz hört: eine Canzonetta, ein »Lied ohne Worte«, in dem die hohe Violine expressiv schwelgen darf. Michael Hahn tat dies mit großem Ton, das Römerberg-Quartett schwelgte mit - wenn auch, wie im ganzen Konzert - , ohne große Gestik oder Pathos, sodass sich kein Kitsch ausbreiten konnte. Der schnelle letzte Satz verlangte in allen Stimmen Fingerfertigkeit und Virtuosität und bot den Musikern Gelegenheit, ein Ausrufe­zeichen hinter ihre Leistung zu setzen.

Doch was wäre ein Konzertprogramm, wenn es nicht auch ein dunkles, tiefgründiges Werk böte, das Musiker und Zuhörer in besonderer Weise in Anspruch nimmt. Mit Dmitri Schostakowitschs Streichquartett Nr. 7 in fis-Moll hatten die Frankfurter eines ausgesucht, zu dem noch einige Worte anzumerken waren; etwa, dass der Komponist - anders als in seinen Sinfonien, die er »regimekonform« zu gestalten hatte - hier seinen Gefühlen freien Lauf lassen konnte. Komponiert 1960, ist es seiner verstorbenen ersten Frau Nina gewidmet. Trauer, Verzweiflung, Aufgewühltheit schrie aus der Musik, die auf bildhafte Art vermittelte, wie es in Schostakowitsch ausgesehen haben muss. Oft konnte sich das Ohr nicht richtig an einer Melodie festhalten, mal wurde der Zuhörer von wilden Sforzato-Schlägen aufgeschreckt, mal irritiert von einem dissonanten Zwiegespräch zwischen den Geigen und mal hingerissen von einer elegischen Cello-Klage.

Auffallend war die enorme dynamische Spannbreite des Römerberg-Quartettes, aber auch, dass sich die Musiker mit Gefühlsüberschwang sehr zurückhielten und es der Musik selbst überließen, für sich zu sprechen ­ höchst präzise musizierten sie, teilweise aber fast nüchtern, ohne die Ecken und Kanten der Werke überzubetonen. Vielleicht keine schlechte Wahl bei der Interpretation von Musik, die von sich aus so von Gefühlen über quillt. Das Publikum in der fast voll besetzten Burgkirche zeigte sich davon begeistert.
                                                                                                                                     ( Wetterauer Zeitung vom 17. 2. 2011 )



                                                                                                                                                                             Seitenanfang